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  20.08.2008
 
 

Blick in die Kristallkugel

Mit MoneyBee bietet eine deutsche Firma seit September 2000 die Vorausberechnung von Börsenkursen an. Die Dienstleistung ist zwar gratis; trotzdem erwarten die Betreiber eine Gegenleistung von den Kundinnen und Kunden.

Seit das Internet die Möglichkeit bietet, Aktien-An- und Verkäufe online zu tätigen, ist auch der Bedarf an Angeboten gestiegen, die möglichst ohne Zeitverlust über die Entwicklungen an der Börse berichten. MoneyBee http://www.moneybee.de/ bietet sogar den Blick in die Zukunft: Ein neuronales (und somit lernfähiges) Netz berechnet die Kurentwicklung auf Grund von Erfahrungswerten, die laufend eingespeist werden. Zurzeit werden 53 Kurse von Aktien und Indizes im Voraus kalkuliert. Die Resultate würden aber nur publiziert, wenn die in den vorhergegangenen 25 Tagen berechneten Prognosen eine ausreichende Qualität hatten, betont Till Mansmann, Geschäftsführer der Betreiberfirma i42 Informationsmanagement GmbH.

Das Berechnen von Börsenkursen ist aufwändig und bedarf grosser Rechenkapazitäten. Mit MoneyBee wurde eine Lösung entwickelt, die Rechenlast auf viele einzelne Computer zu verteilen, anstatt auf einen Grossrechner zu konzentrieren. Das Ganze ist ein Gegengeschäft: Wer die Prognosen anschauen will, muss dafür seinen Computer für deren Berechnung zur Verfügung stellen.

Die Nutzenden laden sich ein Programm von der MoneyBee-Website herunter. Sobald am PC nicht mehr gearbeitet wird, schaltet sich der MoneyBee-Bildschirmschoner ein und beginnt, Rechenoperationen durchzuführen. So entsteht ein Netzwerk von tausenden von Computern, ein virtuelles Hirn für die Berechnung von Aktienkursen.

Aktuell sind nach Angaben von MoneyBee 7500 Personen angemeldet, darunter auch einige hundert Schweizer. Diese Mitglieder berechnen 2200 bis 2550 Kursprognosen pro Tag, wobei jede Prognose rund sieben bis acht PC-Rechenstunden benötigt. So liefert jedes Mitglied im Durchschnitt alle drei Tage eine zeitlich begrenzte Prognose ab.

Die Idee ist nicht neu: Die Vernetzung von Heim-Computern für komplexe Rechenaufgaben (distributed computing oder verteiltes Rechnen) wird bereits weltweit in verschiedensten Projekten angewandt. So etwa für die Aidsforschung, wo keine speziellen Gegenleistungen für das Verwenden der Rechenkapazität geboten wird http://www fightaidsathome.org/. eines der bekanntesten Projekte ist SETI@home http://setiathome.ssl.berkeley.edu/, das sich mit der Suche nach ausserirdischem Leben beschäftigt, und die NASA sucht Rechenkapazitäten zum Auffinden von Kratern auf Bildern vom Mars http://clickworkers.arc.nasa.giv/.

Einige deutschsprachige Projekte findet man unter http://www.distributed.net/. (rue)

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i42 übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben